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  • Biodiversitätsberatung

    Biodiversitätsberatung

Foto: BN

Unsere Biodiversitätsberaterin beantwortet Fragen zu Schutz und Förderung der Biodiversität rund um Haus und Garten, auf dem Balkon, vor Schulen, auf Firmengeländen und in weiteren städtischen Lebensräumen. Sie berät dabei nicht nur Privatpersonen, sondern auch städtische Referate und andere Organisationen und Einrichtungen wie beispielsweise Schulen, Kindergärten oder Hausverwaltungen. Das Angebot reicht von einer wöchentlichen Sprechstunde und öffentlichen Fachvorträgen bis hin zur Umsetzung konkreter Projekte zur Förderung der Biodiversität.

Telefonische Biodiversitätsberatung
Mittwoch 9:00 Uhr bis 11:00 Uhr
Ansprechpartnerin: Julie Weissmann
Telefonnummer: 089 / 51 56 76 – 66
E-mail: julie.weissmann(at)bn-muenchen.de

Dieses Angebot und die Umweltberatung des BUND Naturschutz werden vom Referat für Klima- und Umweltschutz der Stadt München gefördert und richtet sich an alle Bürger*innen Münchens. Eine Mitgliedschaft im BN ist hierfür nicht notwendig.

Anleitung für Biodiversität auf dem Balkon

 

Hier der Erfahrungsbericht eines BN-Mitglieds aus dem Wildbienen-Frühjahr. Tipps dazu, wie man über das ganze Jahr hinweg Wildbienen fördern kann, sind oben in dem PDF zu finden

Wildbienenschutz macht Spaß… … und ist ein Naturerlebnis, das jeder haben kann: Klein und Groß, im Garten, auf dem Balkon und sogar vor dem Küchenfenster. Oder auf öffentlichem Straßenbegleitgrün in München, auf Randstreifen, die man in gemeinschaftlicher Initiative mit Pollen und Nektar spendenden Blüten bepflanzt. Wildbienenschutz als Freizeitaktivität, die neue Bekanntschaften stiften und Menschen zusammenbringen kann.
Freilich: Von den etwa 600 Wildbienenarten, die in Deutschland nachgewiesen sind und zu etwa der Hälfte auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten stehen, werden wir nur einen Bruchteil in unsere unmittelbare Wohnumgebung locken können. Vor Wohnraum- und Küchenfenstern lassen sich immerhin die häufigeren, weniger anspruchsvollen und noch ungefährdeten Arten der solitär lebenden Bestäuber fördern. Zu diesen gehören die Gehörnte und die Rote Mauerbiene, deren Larven seit einigen Jahren in Brutröhren auf meinem Balkon heranwachsen und im jeweils folgenden Frühjahr in ihr wenige Wochen kurzes Leben als Fluginsekten schlüpfen. Es klingt unglaublich, dass die Tiere zuerst als Larve, dann als Puppe, noch fast ein Jahr lang in ihrer Brutzelle ausharren, ehe sie bei annehmlichen Temperaturen im nächsten Frühling den Lehmverschluss durchbrechen, sich ins Freie kämpfen und den Zyklus von neuem beginnen.
Als Nistmöglichkeiten stehen meinen summenden Balkongästen sowohl artgerechte Insektenhäuser aus dem Handel als auch selbst gefertigte Bruthilfen zur Verfügung. Geeignet als Kinderstube für Mauerbienen sind zum Beispiel Bambusrohre, die auf eine Länge von acht Zentimetern oder mehr zurechtgesägt sind. Die Stängel sollten einen Durchmesser von 3 bis 9 mm haben und nach hinten hin verschlossen sein. Bambusrohre werden hinter der Verdickung abgeschnitten, damit erhalten wir einen natürlichen Abschluss. Ich dichte das hintere Ende manchmal auch mit einem Knäuel aus Gartengaze ab und glätte das Innere mit einem dauerhaft zweckentfremdeten Flötenputzer, damit keine Splitter aus den Röhrenwänden herausstehen und die zarten Flügel der Bienen oder ihrer frischgeschlüpften Nachkommen verletzen können. Beliebt sind auch Lochgänge, die in die Längsseite von Hartholzklötzen gebohrt wurden. Die Stirnholzseite sollte für Bohrungen vermieden werden, da in den Gängen sonst Querrisse entstehen und sie als Brutzellen unbrauchbar machen.
Vom hinteren Ende her füllt nun die befruchtete Bienenmutter das Röhrchen mit Brutzellen auf. Jedes Kämmerchen bestückt sie mit einem Vorrat an Pollen und Nektar. Anders als eine Honigbienen-Arbeiterin trägt die allein versorgende Mutter den Pollen im Bauchhaar heran. Sie legt auf jedem Haufen aus Pollen- und Nektargemisch ein einzelnes Ei ab, verschließt die Kammer mit einem Deckel aus Lehm und beginnt mit der Einrichtung der nächsten Zelle. Am Ende lässt sich ein besetztes Brutrohr an einem glattgestrichenen beigebraunen oder schlammgrauen Lehmpfropf erkennen. Oft benutzen die im Frühjahr ausgeflogenen Bienen einen gerade aufgebrochenen Brutgang wieder.
Um den pelzigen Schönheiten zu helfen, stelle ich auf dem Balkontischchen vor den Bienenhäusern eine Schale Lehm hin, den ich immer wieder feucht halte. So stelle ich den Mauerbienen Baumaterial zur Verfügung. Am Wichtigsten neben Nisthilfen aber ist ein reiches Angebot an Blühpflanzen auf dem Balkon und im Garten. Zu begehrten Nektar- und Pollenlieferanten gehören Korbblütler wie Gänseblümchen, Marguerite oder Habichtskraut sowie Schmetterlingsblütler, etwa Zaunwicke und Hornklee. Informationen über wildbienenfördernde Blühmischungen sowie die Sämereien selbst gibt es im BN-Büro in der Pettenkoferstraße. #Hier# gibt es auch Anregungen für einen wildbienenfreundlichen Balkon inklusive Anleitungen für den Bau von Nisthilfen.
Jeder kann auf dieses Weise zum Schutz der Wildbienen beitragen und sich garantiert auf ein spannendes Naturerlebnis vor dem eigenen Fenster freuen.

Ein Bericht von Dr. Anton Vogel

Foto: BN

Tipps zur Anlage von Blühflächen

 

Hier gibt es Tipps zur Anlage und Pflege insektenfreundlicher Blumenwiesen, Balkons und Terrassen von der Ortsgruppe München West (Autor*innen: Ernst Habersbrunner und Anja Rühlemann)

Porträts ausgewählter Pflanzenarten aus unseren Saatgutmischungen

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