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  • Munich Central Park - der Park im Herzen der Stadt

    Munich Central Park - der Park im Herzen der Stadt

Foto: BN

1. Historisches:

Die Sonnenstraße mit dem Stachus hat sich im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte deutlich gewandelt. In der frühen Neuzeit verlief eine Befestigungsanlage entlang der Sonnenstraße. Der Name Sonnenstraße kommt daher, da ihr Verlauf entlang des höchsten Sonnenstands zur Mittagszeit ausgerichtet ist.
Bis in die 1930er Jahre war die Sonnenstraße ein grüner Boulevard. In der Nazizeit wurde die Straße wie viele Straßen umbenannt und bekam glücklicherweise nach 1945 ihren alten schönen Namen zurück. Auch baulich wurde sie Ende der 1930er-Jahre total verändert und sollte einem größenwahnsinnigen Bauprojekt Hitlers und seines Architekten Albert Speer unterworfen werde. (https://www.merkur.de/lokales/muenchen/so-wollte-adolf-hitler-muenchen-umbauen-plaene-veroeffentlicht-zr-6340807.html ).
Anscheinend war auch schon damals der Verkehr in der Sonnenstraße stärker, als es den damaligen Stadtplanern lieb war. Deshalb wurde die Matthäuskirche, die damals noch in der Sonnenstraße am Stachus stand, 1938 kurzerhand gesprengt und abgerissen und erst nach dem Zweiten Weltkrieg am Sendlinger Tor wieder aufgebaut. (https://www.sueddeutsche.de/muenchen/matthaeuskirche-im-nationalsozialismus-machtdemonstration-mit-der-abrissbirne-1.1693199)
Ein zurück in die grüne Zeit der Sonnenstraße, wie vor dem Krieg, wurde nach dem Krieg allerdings nie ernsthaft angedacht. Sie wurde eine der Hauptverkehrsadern der Stadt. In den 1950er-Jahren war der Stachus einer der verkehrsreichsten Plätze in Europa und entbehrte jeglicher Aufenthaltsqualität. Die extrem hohen Feinstaub- und Stickstoffdioxidwerte waren jahrelang Thema der öffentlichen Diskussion und sind es leider auch heute noch. (https://www.sueddeutsche.de/muenchen/stickoxid-messungen-durchatmen-am-stachus-1.4282308)

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Alle historischen Bilder: Stadtarchiv München

2. Heutige Ausgangslage:
  • Verkehr

    Foto: BN


    Der starke Verkehr entlang des westlichen Altstadtrings zerschneidet die Stadt und trennt das Viertel rund um den Hauptbahnhof von der Innenstadt ab. Bis zu vier Fahrspuren und teilweise sogar noch eine Abbiegespur zusätzlich sorgen dafür, dass diese Strecke eine vielbefahrene Durchgangsstraße ist. Die wenigsten müssen und wollen in die Innenstadt mit dem eigenen PKW fahren. Doch die Frage, die sich der BN stellt: Ist die Innenstadt mitsamt einiger Prachtbauten nicht viel zu schade, um als Kulisse für den tosenden Durchgangsverkehr herzuhalten?!

  • Klimatische Situation

    Abbildung der LH München


    Auf den Klimafunktionskarten der Stadt München lässt sich deutlich erkennen, wie sich die Innenstadt hinsichtlich der Temperatur-Höchstwerte entwickeln kann und wird, wenn keine Gegenmaßnahmen zur Abkühlungsmöglichkeit geschaffen werden. Bäume haben eine wichtige klimatische Funktion. Sie spenden Schatten, binden CO2 und erzeugen Sauerstoff. Ohne Bäume wird es auf versiegelten Flächen schnell sehr warm.
    Hier gibt es weitere Infos zu den klimatischen Funktionen von Bäumen

  • Aufenthaltsqualität

    Foto: BN


    Haben Sie sich schon einmal am Stachus mit Freund:innen verabredet, um den Abend gemeinsam entlang der Sonnenstraße zu genießen? Sicherlich nicht. Der starke Verkehr, mangelnde Bäume und Grünflächen, die trostlos und nicht zu betreten sind sowie fehlende Sitzgelegenheiten sorgen für keinerlei Aufenthaltsqualität. Auch ist es älteren oder mobilitätseingeschränkten Menschen bei starker Hitze nicht zuzumuten, vom Sendlinger Tor bis zum Stachus zu Fuß zu gehen. Für kleine Kinder ist der Verkehr viel zu gefährlich und massiv. Dieser Zustand soll unbedingt geändert werden. Der Munich Central Park leistet einen Beitrag dazu!

  • Ziele des Stadtrats

    Abbildung: sauba sog i


    Die Ziele des Münchner Stadtrats geben eine deutliche Verkehrsreduzierung, stärkeren Klimaschutz und mehr Grün in der Stadt vor – der Rahmen ist eigentlich gesteckt – jetzt muss er nur noch mit Inhalt gefüllt werden. Der Munich Central Park ist unser Beitrag dazu!
3. Künstlerische Vision

Ende 2021 hat der BN München den Künstler und Kommunikationsdesigner Jan Kamensky beauftragt, ein Video auf Basis seiner bisherigen Arbeiten zur Vision eines Munich Central Park anzufertigen. Hier sehen sie das Ergebnis:

Zum Künstler:
Jan Kamensky lebt und arbeitet in Hamburg. Im Jahr 2020 startete der Kommunikationsdesigner und Künstler das Projekt seiner utopischen Animationen. Die verlassenen Straßen Hamburgs zu Beginn der Corona-Pandemie inspirierten ihn zu einer spielerischen Transformation von autodominierten Straßen zu menschenfreundlichen Orten.
Die utopische Herangehensweise trägt dabei eine entscheidende Funktion: Nachdem die Betrachter:innen einen Blick auf die Utopie haben werfen können, kehren sie mit einem geschärften Blick in die Realität zurück. Das stellt eine Einladung zur Reflexion über die gegenwärtige Situation dar. Die Bewusstseinserweiterung steht im Vordergrund, nicht primär die Realisierbarkeit. Wobei sich Kamensky durchaus über die Umsetzung freuen würde!

4. Realitätscheck

Auf Basis der Vision des Utopisten Kamensky entwickelten Landschaftsplaner einen Grundriss und konnten so zeigen, dass aus einer Utopie Realität werden kann – die Platzverhältnisse lassen dies zu.

Visualisierung des Munich Central Parks von FairFleet. Hier können sie über einen Slider in der dann neu begrünten Sonnenstraße flanieren.

5. Passant:innenbefragung

Damit zusätzlich zu den Visionen und Realisierungen ein Stimmungsbild der Menschen entsteht, für die der Munich Central Park gedacht ist, hat der BN Anfang 2022 eine Bürger:innenbefragung durchgeführt. 120 Passant:innen und 30 Gewerbetreibende wurden zwischen Sendlinger Tor und Stachus befragt. Eindrucksvoll war, dass die meisten fanden, dass es mehr Grün braucht und viele sich für weniger Verkehr aussprachen.

Bürger:innenbefragung Munich Central Park

 

6. Zeithorizont

Foto: Grace Winter  / pixelio.de

Natürlich dauert ein solch großer Umbau einige Zeit. Schienen müssen verlegt, Untersuchungen angestellt und ein städtebaulicher Wettbewerb ins Leben gerufen werden. Wenn wir aber an den Klimawandel denken, dann ist es vor allem wichtig, schnellstmöglich mit so einem Projekt anzufangen. Bäume benötigen 40 Jahre, bis sie ihre Wirkkraft entfalten und groß genug sind, ausreichend Schatten zu spenden – los geht‘s – fangen wir an!

 

Download der PowerPoint Präsentation:

Wir danken dem Gewinn-Sparverein der Sparda-Bank München e. V. für die freundliche Unterstützung.

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